
Worauf achten und welche verschiedenen Befestigungsarten gibt es?
Gerade ist der neue Kindersitz angeschafft worden. Jetzt geht es an den Einbau ins Auto. Doch wie befestigt man einen Kindersitz? Diese Frage stellen sich viele Eltern vor der ersten Fahrt mit dem Nachwuchs. Denn schließlich soll das Rückhaltesystem ja in jeder Situation fest im Fahrzeug verankert sein, damit es Mini optimal schützt. Dabei muss zunächst geklärt werden, ob Babyschale oder Kindersitz mit Isofix befestigt werden können oder ob der Fahrzeuggurt die Fixierung übernimmt. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass sich Kindersitze entweder vorwärts- oder rückwärtsgerichtet montieren lassen. Unser heutiges Ratgeberthema beschäftigt sich ausführlich mit den verschiedenen Möglichkeiten einen Kindersitz im Auto zu befestigen und wann welche Einbaumethode zum Einsatz kommt. Dazu geben viele Tipps und Hinweise praktische Hilfestellungen.
Einbau der Babyschale ins Auto.
Die Babyschale wird häufig als erste Rückhaltevorrichtung im Auto genutzt und eignet sich zum Transport von Säuglingen ab der Geburt. Sie sollte genutzt werden, bis die Zwerge etwa 15 Monate alt und 76 Zentimeter groß sind (i-Size) oder min. neun Kilogramm (ECE R44/04) wiegen. Der Vorteil einer Babyschale gegenüber einem Kindersitz besteht in der vielseitigen Nutzung. Denn durch den integrierten Tragegriff lässt sie sich auch außerhalb des Autos komfortabel verwenden: Mini wird einfach in der Babyschale liegend aus dem Fahrzeug genommen und kann gemütlich weiterschlummern. Bei der Befestigung einer Babyschale im Auto wird zwischen zwei Methoden unterschieden: Entweder mit Isofix-Bügeln oder über den Dreipunktgurt. Beide Befestigungsarten haben Vor- und Nachteile.
Babyschale mit Isofix befestigen.
Das Isofix-System bietet eine hohe Sicherheit. Dabei greifen die ausziehbaren oder klappbaren Haltebügel in die Aufnahmen des Fahrzeugs – sofern dort vorhanden. Sie rasten hörbar ein und stellen eine stabile Verbindung von Autositz und Babyschale her. Vorgesehen sind Babyschalen generell zur rückwärtsgerichteten Befestigung im Auto. Für die Befestigung der Babyschale mit Isofix wird eine Basisstation benötigt. Die Basisstation, die über Isofix verfügt, bietet eine dritte Befestigung über Standfuß oder Tethergurt – Pflicht bei Isofix. Außerdem lässt sich die Babyschale durch eine Basisstation wesentlich einfacher im Auto fixieren und unkompliziert wieder entnehmen.
Babyschale ohne Isofix mit 3-Punkt-Gurt befestigen.
Verfügt euer Fahrzeug nicht über Isofix, kann die Babyschale mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt werden. Und zwar entgegen der Fahrtrichtung. Bei der Gurtinstallation ist darauf zu achten, dass der Autogurt wie vom Babyschalen-Hersteller beschrieben verläuft und anschließend fest angezogen wird.
Hinweis: Der Fahrzeuggurt fixiert nur die Babyschale. Der Nachwuchs selbst wird durch das Hosenträger-Gurtsystem der Babyschale gesichert.
Kindersitz-Einbau: Rückwärtsgerichtet zum Wohl der Kleinen.
Für den Einbau eines Reboarders gelten fast die gleichen Regeln wie für Babyschalen. Wichtig ist, dass Kinder bis zu einem Alter von mindestens 15 Monaten und 76 Zentimetern (nach i-Size) oder einem Körpergewicht von neun Kilogramm (nach ECE R44/04) (besser bis 2 Jahre oder länger) ausschließlich rückwärtsgerichtet im Auto mitfahren. Durch Crashtests mit Dummys ist erwiesen, dass Babys und Kleinkinder in einem Reboarder-Kindersitz bei Bremsmanövern oder einem Unfall durch die Kräftewirkungen besser geschützt sind. Beim rückwärtsgerichteten Kindersitzeinbau stehen wiederum zwei Befestigungsarten zur Auswahl. Diese richten sich einerseits nach der Bestückung des Kindersitzes und andererseits nach der Ausstattung im Auto. Dabei bietet die Befestigung per Isofix viele Vorteile. Doch auch wenn das Fahrzeug keine entsprechenden Aufnahmen besitzt, lässt sich ein Reboarder mit dem Drei-Punkt-Gurt befestigen. Bei beiden Methoden gibt es jedoch einige Punkte zu beachten.
Kindersitz mit Isofix befestigen.
Die ersten Kindersitze mit Isofix kamen in den 1990er-Jahren auf den Markt. Die klapp- oder ausfahrbaren Rasterarme an der unteren Sitzschale bieten eine sichere Verankerung mit der Sitzbank des Fahrzeugs. Voraussetzung ist, dass das Familienauto über entsprechende Isofix-Aufnahmen verfügt – wie es heute aber vielfach Standard ist. Die Installation ist schnell und einfach erledigt. Neben der Isofix-Befestigung benötigen Kindersitze aber unbedingt noch eine zusätzliche Halterung im Auto. Hier stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl.
Wichtig: In diesen beiden Videos seht ihr an einem Beispiel die Befestigung eines Kindersitzes im Auto mit Top-Tether oder Standfuß sowie mit Drei-Punkt-Gurt.
Der Top-Tether beim rückwärtsgerichteten Kindersitz.
Die Isofix-Arme fixieren den Kindersitz nur an zwei Punkten – eine mögliche dritte Befestigung stellt der Top-Tether-Gurt dar. In der Regel wird dieser über die Rückenlehne der Sitzbank geführt und entweder am Kofferraumboden oder Fahrzeughimmel angebracht. Wie die Gurtführung exakt verläuft, kann von Modell zu Modell variieren – der genaue Gurtverlauf kann der Bedienungsanleitung des jeweiligen Kindersitzes entnommen werden.
Der Stützfuß für den Fahrzeugboden.
Die Alternative zum Ankergurt stellt ein Stützfuß dar, der in den Fußraum der Rücksitze gesetzt wird. Er lässt sich in der Höhe verstellen und damit optimal an das Fahrzeug anpassen. Ob ein Stützfuß im eigenen Auto verwendet werden kann, ist davon abhängig, ob sich Staufächer im Fußraum befinden und ob die Abdeckung tragfähig ist. Ein Blick in die Fahrzeugbeschreibung kann helfen. Zudem kann es vorkommen, dass bei den großen Altersgruppen, sprich 100-150 Zentimetern der Standfuß nicht mehr den Boden berühren darf. Folglich vorwärtsgerichtet nur in den Größenklassen 76-105 Zentimetern genutzt werden kann. Diese Details können einfach in der Anleitung des jeweiligen Sitzes nachgelesen werden.
Kindersitz ohne Isofix befestigen mit dem 3-Punkt-Gurt.
Ist beim Kindersitz oder beim Fahrzeug kein Isofix-System vorhanden, lässt er sich ebenfalls mit dem Dreipunktgurt der Rücksitzbank befestigen. Dabei muss die Führung des Fahrzeuggurts in der vom Sitzhersteller empfohlenen Weise gehandhabt werden. Zu diesem Zweck sind die Kinderautositze mit entsprechenden Gurtführungen ausgestattet.
Kindersitz-Einbau: Vorwärtsgerichtet für ältere Kinder.
Kleinkinder, die älter als 15 Monate und größer als 76 Zentimeter sind (nach i-Size) oder mindestens neun Kilogramm wiegen (nach ECE R44/04), dürfen laut Straßenverkehrsordnung (StVo) bereits vorwärtsgerichtet im Auto fahren. Experten raten jedoch dazu, die Ausrichtung entgegen der Fahrtrichtung so lange wie möglich beizubehalten. Denn der Reboard-Kindersitz ist deutlich besser auf die noch sehr empfindliche Rücken- und Nackenmuskulatur der Kleinen abgestimmt. Viele Kindersitz-Modelle bieten heute die Möglichkeit, diese wahlweise vorwärts- oder rückwärtsgerichtet ins Auto einzubauen. Das ist besonders wichtig, wenn ein mitwachsender Kindersitz eingesetzt werden soll. Viel Komfort insbesondere beim Ein- und Aussteigen bieten auch 360-Grad-Kindersitze. Befestigt werden diese Kombisitze ebenfalls über Isofix oder den Fahrzeuggurt. Auch hier gibt es einige Besonderheiten zu beachten.
Vorwärts gerichteter Kindersitz mit Isofix befestigen.
Die einfachste und sicherste Methode, einen Kindersitz in Fahrtrichtung zu befestigen, ist über die komfortablen Isofix-Rasterarme. Auch viele vorwärts gerichteten Modelle sind heutzutage mit dieser Verankerungsart ausgestattet. Um sie nutzen zu können, müssen passende Aufnahmen in der Rücksitzbank oder ggf. auf dem Beifahrersitz vorhanden sein. Darüber hinaus benötigt die Isofix-Befestigung einen zusätzlichen Haltepunkt im Auto.
Top-Tether beim vorwärtsgerichteten Kindersitz.
Auch beim Vorwärtseinbau von Kindersitzen kann der Top-Tether-Gurt eine zusätzliche dritte Befestigung darstellen. Befestigt wird er im Bereich des Kofferraums oder an entsprechenden Halteösen auf der Rückseite der Rücksitzbank. Der Zusatzgurt lässt sich in der Länge verstellen und sollte gespannt sein. Je nachdem, ob der Sitz vorwärts oder rückwärts gerichtet ist, kann der Gurtverlauf variieren. Außerdem kommt es auf das entsprechende Kindersitz-Modell an. Deshalb sollten die Details hierzu in der beigelegten Gebrauchsanweisung nachgelesen werden.
Ein Stützfuß für den Fußraum.
Die Aufgabe der zusätzlichen Halterung kann alternativ ein Stützfuß übernehmen. Er ist mit der vorderen Schale des Kindersitzes verbunden und wird auf den Fahrzeugboden gestellt. Durch die Höhenverstellung lässt er sich individuell ausrichten. Sind Staufächer im Fußraum vorhanden, muss erst geprüft werden, ob bei diesem Fahrzeugmodell ein Stützfuß verwendet werden kann. In der Regel darf der Standfuß nicht auf ein Staufach gestellt werden.
Vorwärtsgerichteter Kindersitz mit 3-Punkt Gurt befestigen.
Anstatt mit der Isofix-Variante kann der Kindersitz genauso gut mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugsitzes fixiert werden. Dazu muss der Drei-Punkt-Gurt wie für das Modell vorgesehen durch die speziellen Führungen des Kindersitzes gelenkt und anschließend straff angezogen werden. Deshalb ist ein reiner Beckengurt nicht ausreichend.
Achtung Sonderfall: Kindersitz mit Fangkörper. Ein Kindersitz mit einem Polsterkissen vor Brust und Bauch der Minis folgt ganz eigenen Sicherheitskriterien. Ein Fangkörpersitz besitzt kein Gurtsystem und wird vorwärtsgerichtet eingebaut.
Häufige Fehler beim Einbau von Kindersitzen.
Wie gut oder schlecht ein Kindersitz den Nachwuchs im Ernstfall schützt, ist nicht nur von seiner individuellen Beschaffenheit oder von der Einbauausrichtung abhängig. Darüber hinaus ist der korrekte Einbau von entscheidender Wichtigkeit. Denn nur, wenn der Kindersitz ordnungsgemäß im Auto befestigt wird, kann er die erforderliche Sicherheit bieten. Unsere Übersicht der häufigsten Fehler beim Kindersitzeinbau hilft diese zu vermeiden
Isofix ist nicht richtig eingehakt: Die Haltearme müssen hörbar einrasten. Die Farbmarkierung muss "grün" werden.
Dreipunktgurt zu lose, nicht eng genug anliegend: Der Kindersitz hat "Spiel" und wackelt hin und her. Das stellt ein Risiko für die Kindersicherheit im Auto dar. Gurt daher bei der Befestigung straff ziehen.
Schultergurt sitzt nicht korrekt: Auf die Führung kommt es an. Damit der Kindersitz bei einem Unfall nicht wegrutschen kann, müssen Schulter- und Beckengurt in richtiger Weise durch die Führungen gezogen werden.
Kopfstütze/Sitz falsch eingestellt: Die Höhen der Kopfstütze und des Seitenaufprallschutzes sollten optimal aufeinander abgestimmt sein. Es darf nur ein geringer Platz zwischen Schulter und Kopfstütze sein. Bei vielen neuen Sitzen passt sich der jeweilige Anschnallgurt, also der 5-Punkt-Gurt bei kleineren Kindern oder der 3-Punkt-Gurt bei den größeren Minis mit Verstellen der Kopfstütze automatisch an.
Nicht zu früh vorwärtsgerichtet fahren: Systeme wie RotationControl von Osann verhindern zu frühes Vorwärtsfahren.
Der Standfuß steht auf einem Hohlraum im Fußraum: Wenn die Klappe nicht dafür vorgesehen ist, darf der Stützfuß nicht darauf abgestellt werden.
Der Top-Tether ist nicht straff genug: Wenn der Isofix Kindersitz nach Einbau ruckelt, muss der Haltegurt nachgezogen werden. Das Feld sollte "grün" anzeigen.
Das Kind fährt vorne mit und der Airbag ist nicht ausgeschaltet: Achtung Verletzungsgefahr! Bei der Befestigung eines rückwärtsgerichteten Kindersitzes auf dem Beifahrersitz müssen die Airbags der Beifahrerseite deaktiviert sein.
Bei einer Sitzerhöhung muss der 3-Punkt-Gurt richtig verlaufen: Das Kind darf nicht zu klein sein. Ein Gurtfix z.B. von Osann kann hier behilflich sein.
Fazit: Osann hilft beim Kindersitzeinbau.
Übung macht den Meister! Auch wenn der korrekte Einbau anfangs noch kompliziert erscheint, sind die Systeme überwiegend durchdacht und selbsterklärend. Insbesondere, wenn es sich um Babyschalen oder Kindersitze von Osann handelt. Denn die Sicherheit der kleinen Passagiere ist ebenso wichtig wie eine unkomplizierte Anwendung. Wenn es dennoch Probleme gibt, können die hilfreichen Einbauvideos von Osann bei Fragen helfen.