
Reisen mit Babys – ab wann ist es sinnvoll mit Mini zu verreisen?
Gerade Eltern geworden, schmieden viele Paare bereits Pläne für den ersten gemeinsamen Familienurlaub. Doch ist es überhaupt sinnvoll, mit einem Säugling zu verreisen?
Der erste Urlaub mit Mini ist für junge Eltern oft eine große Herausforderung. Sie müssen an einiges denken, damit die gemeinsame Reise nicht in Stress ausartet.
Wo soll es hingehen: Ferien in Deutschland, in(nerhalb) Europa oder gar mit dem Flugzeug in ferne Urlaubsländer? Der erste Urlaub mit Baby will gut durchdacht und geplant sein, denn es gibt vieles zu beachten. Das beginnt bereits mit der Anreise sowie der Frage nach dem besten Verkehrsmittel und setzt sich über den gesamten Aufenthalt fort. Und bei allen Aktivitäten steht der Nachwuchs im Mittelpunkt – jeder Aspekt der Reise muss babygerecht organisiert sein.
Das Reisen mit Babys ist nicht ausgeschlossen, nur weil sie noch so klein sind und viel Aufmerksamkeit benötigen. Auf die richtige Vorbereitung kommt es an – dieser Ratgeber soll hierbei unterstützen.
Wichtig: Ein Strandurlaub am Mittelmeer ist weniger empfehlenswert. Dies liegt daran, dass die Kleinsten die Hitze noch nicht gut verarbeiten können, außerdem sollten sie in den ersten 12 Monaten nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Zusätzlich ist es wichtig, auf eine entsprechende Kopfbedeckung zu achten. Auch Städtereisen mit viel Sightseeing können mit einem Säugling schnell (zu) anstrengend werden. Ansonsten kann eigentlich jede Urlaubsregion ausgewählt werden.
Ab wann dürfen Babys fliegen?
Vom Fernweh gepackt? Kein anderes Verkehrsmittel ist in der Lage, Passagiere schneller in ferne Länder zu bringen als das Flugzeug. Nach wenigen Flugstunden ist man bereits auf den Kanarischen Inseln, in den USA oder in Skandinavien.
Bei vielen Fluggesellschaften reisen Kleinkinder (auf Kurzstrecken) unter zwei Jahren kostenlos oder zum kleinen Aufpreis mit. In der Regel sitzen Babys auf dem Schoß der Eltern und werden mit einem sogenannten „Loop Belt“ gesichert. Experten raten hiervon jedoch ab. Bei einem Loop Belt bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken für den kleinen Passagier. Es ist sicherer Mini in einer extra für das Flugzeug zugelassenen Babyschale oder einem Kindersitz zu befördern. Das TÜV Label "For use in aircraft" bestätigt, dass der Kindersitz für den Einsatz im Flugzeug geeignet ist.
Manche Fluggesellschaften bieten auch ein „Bassinet“ fürs Baby an. Dabei handelt es sich um ein Kinderbett zum Einhaken an der Wand in der ersten Reihe. Dies muss jedoch bereits bei der Buchung angefragt und reserviert werden. Auch das Babybettchen stellt keine ausreichend sichere Alternative dar. Beim Start, Landung oder Turbulenzen muss das Baby trotzdem mit einem Loop Belt gesichert werden.
Achtung: Möchtet ihr den eigenen Kindersitz oder die Babyschale auf der Flugreise verwenden, sollten diese das Prüfzeichen »For use in aircraft“ aufweisen. Außerdem muss ein extra Sitzplatz gebucht werden. Am besten ihr informiert euch vorab bei der Fluggesellschaft.
Im Grunde wird kein Mindestalter für die kleinen Passagiere vorausgesetzt und die Fluggesellschaften regeln das selbst, jedoch wird empfohlen nicht zu früh eine Flugreise zu unternehmen. Die Kleinen können noch nicht so gut mit dem erhöhten Ohrendruck umgehen. Die Belastung einer Flugreise für Babys inklusive Übelkeit ist also nicht zu unterschätzen. Es ist ratsam vorher mit dem Kinderarzt zu besprechen, was im Einzelfall beachtet werden sollte.
Wichtig: Auch Babys und Kleinkinder brauchen heutzutage einen eigenen Personalausweis. Der Kinderreisepass darf seit Januar 2024 nicht mehr ausgestellt, verlängert oder aktualisiert werden. Für Reisen außerhalb Europas wird in der Regel ein Reisepass bereits ab der Geburt benötigt.
Reisen mit Baby im Auto oder mit dem Zug
Das Auto ist oftmals die einfachste Art zu verreisen. Der Nachwuchs fährt auf der Rückbank in der Babyschale mit und das Gepäck befindet sich im Kofferraum. Dort ist in der Regel zusätzlich Platz für ein Reisekinderbett und einen Reisebuggy. Alles kann dort verstaut werden und Mama und Papa müssen sich wenig Gedanken über Größe und Gewicht machen. Darüber hinaus bleibt man auch am Urlaubsort flexibel und mobil.
Achtung: Experten warnen davor, Babys zu lange in einer Babyschale zu transportieren. In der Babyschale müssen Säuglinge zwangsläufig eine halbliegende und halbsitzende Position einnehmen. Dadurch wird die Wirbelsäule gekrümmt und der Brustkorb leicht gestaucht. Dies kann beispielsweise zu Schäden an der Wirbelsäule oder zu einer verringerten Sauerstoffzufuhr führen. Kinderärzte und Hebammen empfehlen in den ersten 6 Wochen keine längeren Autofahrten zu unternehmen.

Interessant: Falls der erste Urlaub in den verschneiten Bergen oder generell bei kühleren Temperaturen stattfindet, ist zu beachten, dass der kleine Passagier nicht mit der Winterjacke oder dem Schneeanzug angeschnallt werden sollte. Der Gurt liegt dann nicht richtig auf, was ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bei einem Unfall oder Bremsmanöver darstellt. Mehr Infos zu diesem Thema geben wir euch in unserem passenden Ratgeber: Winter-Baby: Damit der Nachwuchs an kalten Tagen nicht friert.
Das gilt ebenfalls für längere Zugfahrten, denn auch bei Bahnreisen würde Mini aus Sicherheitsgründen die Fahrt in den Urlaub überwiegend in der Babyschale verbringen. Der Vorteil von Schienenreisen ist, dass Eltern zwischendurch aufstehen und sich bewegen können. Nachteilig ist die Handhabung mit dem Reisegepäck, das mit Baby an Bord deutlich umfangreicher ausfällt.
Urlaub mit Baby – wohin soll es gehen?
Nachdem das Verkehrsmittel geklärt ist, können sich Eltern Gedanken über eine geeignete Unterkunft machen. Möchten Mama und Papa den Komfort eines Hotels, in dem sämtliche Haushaltsaktivitäten wie Kochen und Putzen anderen überlassen werden, dafür aber ggf. auf Platz verzichtet werden muss oder bevorzugen sie Unabhängigkeit? In Hotelzimmern muss oft das Reisebett irgendwo dazwischen gestellt werden und das Wickeln muss improvisiert auf einem Tisch oder dem Bett stattfinden. Ferienwohnungen hingegen sind häufig schon auf Familien mit Baby eingestellt und verschiedene Staumöglichkeiten für Windeln, Strampler und anderes Babyzubehör sind gegeben. Da sich Eltern erfahrungsgemäß länger und häufiger in der Unterkunft aufhalten, sollte diese nicht nur Schlafstätte, sondern auch Rückzugsort für die kleine Familie sein.
Urlaub mit Baby in Deutschland
Der Urlaub mit Baby im eigenen Land bietet viele Vorteile. Muss Zubehör wie Windeln oder Puder nachgekauft werden, ist dies problemlos möglich, ohne Experimente mit Fremdprodukten zu machen. Gleiches gilt für die bekannten Babybreisorten. Auch kann ein Kinderarzt im Notfall schnell gefunden werden. Überdies hat Deutschland als Urlaubsland für junge Familien viel zu bieten. Dazu gehören Nord- und Ostsee, der Harz oder die sächsische Schweiz, ebenso wie Bodensee oder Chiemsee im sonnigen Süden. Viele deutsche Hotels und Appartements sind heutzutage gut auf den Besuch von Kleinkindern vorbereitet und bieten speziell eingerichtete Zimmer für Familien.
Urlaub mit Baby, wohin in Europa
Etwas aufwendiger wird es, wenn die Reise über die Grenzen Deutschlands gehen soll. Österreich, Spanien, Italien, Frankreich oder Benelux laden zum Urlaub mit Baby ein. Diese Länder gehören zur Europäischen Union (EU) und haben alle den Euro als Währung, sodass der Geldumtausch ausbleiben kann. In vielen Staaten wird Deutsch gesprochen, alternativ bietet sich eine Verständigung auf Englisch an. Die Schweiz oder Großbritannien gelten ebenfalls als familienfreundlich, wenngleich durch die Fremdwährungen beim Bezahlen umgerechnet werden muss.
Ideen für einen Kurzurlaub mit Baby
Wer noch keine Erfahrung im Reisen mit Babys gesammelt hat, ist vielleicht zunächst mit einem Kurzurlaub oder einer Wochenendreise gut beraten. Denn der Aufwand, mit einem Kleinkind zu verreisen, wird schnell unterschätzt. Besonders beliebt für erste Kurzreisen sind Besuche bei den Großeltern oder anderen Verwandten, die etwas weiter entfernt leben. Junge Eltern bekommen einen guten Ersteindruck und haben dennoch das familiäre Umfeld. Ansonsten gibt es viele Ideen fürs Reisen mit Babys, wie Urlaub auf einem Bauernhof, Wanderungen im Schwarzwald, Seele baumeln lassen auf Rügen, Familienhotel an der französischen Küste, Ressortaufenthalt im österreichischen Salzburg oder die Schweizer Bergluft im Tessin genießen.
Was darf beim Urlaub mit Baby nicht vergessen werden?
Wer mit dem Baby verreist, wird schnell feststellen, dass der Gepäckbedarf deutlich angestiegen ist. Denn in den Koffer fürs Baby gehören jede Menge Utensilien, damit es Mini unterwegs an nichts fehlt. Neben Windeln und Babykleidung ist das Wichtigste die Reiseapotheke. Diese sollte mit einem Fieberthermometer ausgestattet sein und auch Zäpfchen gegen Schmerzen enthalten. Ratsam können ebenfalls Augen- und Nasentropfen sein sowie ein Mittel gegen Blähungen. In den Sommermonaten darf der Sonnenschutz nicht vergessen werden. Im Prinzip sollte alles gegen die typischen Kinderkrankheiten in die Babyreiseapotheke gepackt werden.
Achtung: Sonnenschutzmittel sollten im ersten Lebensjahr nicht verwendet werden, sie könnten die empfindliche Babyhaut schädigen.
Tipp: Eltern die unsicher sind, welche Medikamente sie mitführen sollten, können sich beim Kinderarzt oder in der Apotheke beraten lassen, dort sind meist auch kompakte Taschen zum selbst befüllen erhältlich. Das Lieblingsspielzeug darf natürlich nicht im Reisegepäck fehlen. Denn Teddy, Hasi oder Lämmchen werden dringend zum Einschlafen und Ankuscheln benötigt – genau wie zu Hause.
Fazit: Der Urlaub mit Baby ist anspruchsvoll, aber nicht unmöglich
Der erste Urlaub mit dem Baby ist sicherlich besonders aufregend. Eltern sollten wissen, dass Reisen mit Babys grundsätzlich keine spontane Angelegenheit sind und gut geplant sein wollen. Schließlich sollen die Ferien mit dem Nachwuchs nicht in Stress ausarten und auch für das Kleine so entspannend wie möglich verlaufen. Doch mit einer guten Vorbereitung sind sogar Fernreisen denkbar. In diesem Sinne wünschen wir einen schönen und erholsamen Urlaub mit Baby.